Skip to main content

Full text of "[untitled] Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung auf dem Gebiete des Deutschen, Griechischen und Lateinischen, (1861-01-01), pages 301-302"

See other formats


STOP 



Early Journal Content on JSTOR, Free to Anyone in the World 

This article is one of nearly 500,000 scholarly works digitized and made freely available to everyone in 
the world by JSTOR. 

Known as the Early Journal Content, this set of works include research articles, news, letters, and other 
writings published in more than 200 of the oldest leading academic Journals. The works date from the 
mid-seventeenth to the early twentieth centuries. 

We encourage people to read and share the Early Journal Content openly and to teil others that this 
resource exists. People may post this content online or redistribute in any way for non-commercial 
purposes. 

Read more about Early Journal Content at http://about.jstor.org/participate-jstor/individuals/early- 
journal-content . 



JSTOR is a digital library of academic Journals, books, and primary source objects. JSTOR helps people 
discover, use, and build upon a wide ränge of content through a powerful research and teaching 
platform, and preserves this content for future generations. JSTOR is part of ITHAKA, a not-for-profit 
Organization that also includes Ithaka S+R and Portico. For more Information about JSTOR, please 
contact support@jstor.org. 



anzeigen. 301 

Im übrigen auf den inhalt des Werkes einzugehen liegt zum 
theil aufserhalb der gränzen dieser Zeitschrift (von der der verf. 
s. 19 behauptet, dafs sie überall auf das sanskrit zurückgehe!), 
zum theil würde es uns aber auch zu weit führen. Es mögen 
daher hier nur noch zum schlufs ein paar den ersten theil des 
werkes „die Sprachwissenschaft überhaupt" betreffende bemerkun- 
gen folgen. S 8 werden für die lectüre der Nibelungen nur die 
ausgaben von Zarncke und Holtzmann empfohlen, Lachmann 
nicht? — S. 15 wird skr. pitir statt pitr oder pitar zu pater und 
vater gestellt. — S. 16 stellt der verf vrddhi mit brechung gleich 
und definirt die brechung viel zu wenig umfassend. — S. 22 
werden eine zahl nasalirter stamme mit anderen nicht nasalirten 
zusammengestellt, mit denen sie zum theil nichts zu thun haben, 
zum theil wäre wenigstens eine historische begründung des Zu- 
sammenhangs nötbig gewesen. — S. 42 heifst es: die tetraxiti- 
schen Gothen „sollen sich noch viele Jahrhunderte hindurch" 
erhalten haben, ihre existenz ist aber bis ins 16. jahrh. durch die 
von Busbeck aufbewahrten sprachrestc nachweisbar, vgl. zeitschr. 
V, 1 66 ff. — Dafs das gothische beim nomen , nSmlich prono- 
men, nicht beim nom oder noun, einen dual habe ist bereits im 
Supplement s. 9 berichtigt. — S. 44 hätte doch wohl die aus- 
gäbe des Heliand von Seh melier wenigstens neben der von 
Eoene auch genannt zu werden verdient. 

Das Supplement bringt theils berichtigungen , theils Zusätze 
und bespricht namentlich die seit dem erscheinen des Hauptwer- 
ke» herausgekommenen Schriften dieses gebietes, bei denen wir 
nur auf die besprechung der englischen grammatik von Mätzner 
auf s. 59 — 66 besonders hinweisen. 

A. Kuhn. 



Italiker und Graeken. Lateinisch ist griechisch. Zweite veränderte 
und erweiterte tiearbeitnng, von Ludwig Rofs. Halle 1859. 
XVI. 258 s. 8. 

Auf den nachweis des vollständig falschen Standpunkts der 
hier in zweiter erheblich erweiterter aufläge vorliegenden Schrift 
noch einmal des nähern einzugehen, möchte nach der anzeige 
von Leo Meyer im 7. bände dies. Zeitschrift sowie nach den an- 
derweitig laut gewordenen urtheilen überflüssig erscheinen, zu- 



302 Kuhn 

mal auch der verf. ibn nicht ferner vertheidigen kann. Als aus- 
gangspunkt für die ganze Untersuchung hält der verf. auch hier 
fest, „data das italische, das lateinische — nur entstelltes und mit 
einem andern alphabete geschriebenes griechisch war" 8. 17 und 
bei der vergleichung geht er dann von der lebendigen aussprä- 
che des griechischen, die ihm die um das 1. jahrh. n.Chr. gel- 
tende ist, aus, indem ihm „auf die der vokale in den meisten 
fällen nichts ankommt" s. 19 f., um durch epenthesen, Synkopen 
usw. seine vergleichungen zu bewerkstelligen. Dafs bei seinem 
Standpunkte natürlich auch richtige vergleichungen mit vorkom- 
men, ist bei der nahen berührang zwischen griechisch und latei- 
nisch selbstverständlich und bei dem grofsen fleifs mit dem er 
alles seinem zwecke dienliche zusammengetragen hat, besteht 
denn auch der einzige wertb des buches darin, dafs er nament- 
lich von s. 27 — 67 die übereinstimmenden formen des griechi- 
schen und italischen lebcns durch reichliche Zusammenstellungen 
darzulegen gesucht hat, aus denen sich unzweifelhaft manches 
brauchbare entnehmen läfst Im ganzen wird man freilich sagen 
müssen, dafs das wirklich richtige meist schon von der verglei- 
chenden Sprachforschung nachgewiesen war und dafs es kaum 
der mühe lohne unter dem wüste von solchen vergleichungen 
wie iQtnm and verto, öa/ißim und pavor sich hier und da ein 
brauchbares körnlein hervorzusuchen. 

A. Kuhn. 



Die idee des todes in den mythen und kunstdenkmalern der Griechen, 
von Wilh. Furtwängler, professor zo Freiburg im Breisgau. 
Drei theile. Das todteopferd. Der todeskampf. Der seelenführer. 
Mit 6 tafeln abbildungen. Zweite vermehrte aufläge. Erster theil. 
Freiburg i. B. Wagner. 1860. XXXIV. 164 s. 

So sehr wir dem Standpunkte des verf., wonach er es bei 
seinen forschungen für nöthig hielt, nachdem er den kern der 
von ihm untersuchten griechischen mythen entdeckt hatte, zur 
erkenntnifs des ganzen Organismus auf den Orient zurückzugehen 
(vorr. s XVII), im allgemeinen unsre anerkennung nicht versagen, 
so wenig können wir uns doch seiner ausführung im einzelnen 
anschliefsen. Allerdings wird es nach unsrer besten überseugung 
unerlässige nothwendigkeit sein, bei zum theil so alten mythi- 
schen gestalten, wie sie der verf. betrachtet, die entspchenden